Unsere Philosophie

Wer wir sind

Wir, das heißt Lena Polte und Johanna Llin, verbindet ein gemeinsames Verständnis vom Menschen und davon, was Entwicklung bedeutet. Daraus sind über die Jahre jedoch auch unsere eigenen fachlichen Wege entstanden. Heute arbeiten wir in eigenständigen Praxen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Methoden und Menschen.

Begonnen haben unsere Wege mit sehr ähnlichen Fragen. Beide waren wir lange auf der Suche nach Methoden und Erklärungen, die uns auf unserem eigenen Weg weiterbringen konnten.

Wir hatten diffuse körperliche Symptome und Diagnosen, für die wir lange keine Antworten fanden, die das Gesamtbild für uns schlüssig erklären konnten. Immer wieder begegnete uns dabei dasselbe Problem: Einzelne Symptome wurden betrachtet und behandelt – aber die Frage, warum sie überhaupt entstanden waren und wie sie möglicherweise miteinander zusammenhingen, blieb häufig offen.

Wir wollten verstehen, wie es sein kann, dass ein Mensch in vielen Bereichen funktioniert und gleichzeitig an anderer Stelle immer wieder an dieselben Grenzen stößt. Warum manche Veränderungen vergleichsweise leicht möglich sind, während andere trotz Wissen, Disziplin und großer Anstrengung nicht dauerhaft gelingen.

Auf dieser Suche sind wir auf das Thema Entwicklung gestoßen.

Damit veränderte sich auch unser Blick auf den Menschen. Nicht mehr nur die Frage „Was funktioniert nicht?“ stand im Mittelpunkt, sondern zunehmend: Welche Fähigkeiten und Voraussetzungen stehen bereits zur Verfügung – und welche mussten bisher durch Anpassung, Anstrengung oder Kompensation ersetzt werden?

Diese Sichtweise verbindet uns bis heute.

Wie wir damit arbeiten, hat sich jedoch weiterentwickelt und differenziert. Johanna und Lena verfolgen heute innerhalb ihrer eigenen Praxen unterschiedliche fachliche Schwerpunkte und entwickeln ihre Arbeit eigenständig weiter.

Was geblieben ist, ist die gemeinsame Überzeugung, dass ein Mensch nicht auf einzelne Symptome, Verhaltensweisen oder Funktionen reduziert werden kann – und dass Entwicklung mehr bedeutet, als lediglich besser mit dem Bestehenden zurechtzukommen.

Entwicklungslücken füllen

Auf unserem eigenen Weg sind wir immer wieder auf Entwicklungslücken gestoßen und haben uns irgendwann die Frage gestellt, wie wir diese Lücken tatsächlich füllen können.

Wir hatten dabei selbst das große Glück, auf Therapeuten zu treffen, die sich ähnliche Fragen gestellt haben und uns an ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihren Methoden teilhaben ließen. Vieles davon hat uns auf unserem eigenen Weg weitergebracht und später auch unsere berufliche Arbeit geprägt.

Dabei haben wir verstanden, dass sich Entwicklungslücken sehr unterschiedlich zeigen können. Sie bedeuten nicht automatisch, dass ein Mensch offensichtlich nicht zurechtkommt. Im Gegenteil: Wir können sehr viel kompensieren. Wir können funktionieren, erfolgreich sein, viel leisten und nach außen ein völlig normales Leben führen – und trotzdem kann uns dieses Funktionieren sehr viel Kraft kosten.

Denn nur weil wir etwas können, bedeutet das nicht automatisch, dass uns auch alle Voraussetzungen dafür zur Verfügung stehen.

Wir selbst haben unsere Entwicklungslücken unter anderem in Form gesundheitlicher Krisen erlebt und damit zu spüren bekommen, dass auch körperliche und psychische Ressourcen endlich sind.

Diese Erfahrung war schmerzhaft und gleichzeitig wichtig, weil sie unserer Suche eine neue Richtung gegeben hat. Wir haben aufgehört, ausschließlich danach zu fragen, wie wir einzelne Probleme lösen können, und angefangen, genauer hinzuschauen: Was fehlt eigentlich darunter? Was haben wir bisher kompensiert? Und was braucht es, damit an dieser Stelle tatsächlich Entwicklung stattfinden kann?

Diese Fragen begleiten uns bis heute – auch wenn die Antworten darauf und die Wege, die wir daraus entwickelt haben, inzwischen unterschiedlich sind.

Entwicklung verläuft nicht linear

Wir haben gelernt, dass im Leben nichts einfach linear verläuft und dass Krisen, Umwege und auch Scheitern dazugehören.

Letztlich sind auch wir oft nur weitergekommen, weil wir an bestimmten Punkten mit unseren bisherigen Möglichkeiten gescheitert sind. Weil etwas nicht mehr funktioniert hat. Weil wir gemerkt haben, dass noch mehr Anstrengung nicht automatisch die Lösung ist.

Deshalb sehen wir Scheitern nicht grundsätzlich als etwas Negatives. Es kann uns sehr deutlich zeigen, wo wir mit dem, was uns bisher zur Verfügung steht, an eine Grenze kommen.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jede Krise notwendig oder automatisch etwas Gutes ist. Aber wir haben für uns gelernt, diese Momente ernst zu nehmen und genauer hinzuschauen, anstatt möglichst schnell wieder genauso weiterzumachen wie vorher.

Aufgeben war für uns dabei nie eine Option. Wenn uns ein Hindernis im Leben begegnet, wollen wir verstehen, woran wir eigentlich scheitern und was wir brauchen, um wirklich weiterzukommen.

Das war nicht immer angenehm. Denn Entwicklung bedeutet auch, ehrlich mit sich selbst zu sein und sich Dinge anzuschauen, die man vielleicht lieber anders sehen würde.

Aber genau dadurch ist es uns gelungen, unserem Leben immer mehr die Richtung zu geben, die wir uns wünschen.

Das Wichtigste war dabei zunächst nicht, noch mehr an uns zu arbeiten, sondern ein besseres Verständnis für uns selbst zu entwickeln.

Wir selbst sind die, die unser Leben ändern können.

Ein Verständnis für sich selbst zu entwickeln, ist nicht immer einfach. Gerade deshalb war es für uns so wichtig, Menschen zu haben, die Dinge sehen konnten, die wir selbst noch nicht sehen konnten, und die uns dabei ein Gegenüber waren.

Denn auch wenn wir davon überzeugt sind, dass wir selbst diejenigen sind, die unser Leben verändern können, bedeutet das nicht, dass wir alles alleine schaffen müssen.

Andere Menschen können uns Wissen geben, Zusammenhänge zeigen, uns konfrontieren, begleiten und uns dabei helfen, einen anderen Blick auf uns selbst zu bekommen. Die Verantwortung dafür, was wir daraus machen, bleibt am Ende trotzdem bei uns.

Genau aus diesem Grund ist es uns heute wichtig, Menschen auf ihrem eigenen Weg zu begleiten. Nicht mit der Vorstellung, ihnen zu sagen, wie ihr Leben aussehen sollte, sondern ihnen Wissen, Methoden und ein Gegenüber zur Verfügung zu stellen, das ihnen dabei helfen kann, ihren eigenen Weg zu finden.

Auch wir sind mit unserer Entwicklung noch lange nicht am Ende – und das ist gut so. Wir lernen weiter, verändern unsere Arbeit und stellen auch unsere eigenen Vorstellungen immer wieder infrage.

Gleichzeitig möchten wir das weitergeben, was uns auf unseren eigenen Wegen geholfen hat.

Denn Entwicklung bedeutet für uns nicht, irgendwann fertig zu sein.

Sie bedeutet, zunehmend die Fähigkeiten zu entwickeln, die es uns ermöglichen, unser Leben nicht nur zu bewältigen, sondern es selbst zu gestalten.

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